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Vom Gehen

Posted: Monday, 11 November 2013 | Posted by k | Labels: 0 comments

Die großartige Angst,
sagt er,

in mir
zu mir
mir nach.

Die gewesene,
das Gewesene,
sagt er.

Hastig werfen wir
einander
je Kugeln vor den
Fuß.

Papierne Kugeln,
zerknüllte Träume.

Wie Gewichte
an den Füßen:
das Papier.

Fliesen

Posted: Tuesday, 5 November 2013 | Posted by k | Labels: 0 comments

Das schöne Kind,
es legte Fliesen mit mir.

Wir lagen so eng,
die Fliesen, die Kanten

und
ich.

Bald mehr Fliese
und Fuge als Ich.

Und
sie.

Ihre Haare woben sich
als Mörtel mir um den Hals.

Was bleibt

Posted: Saturday, 2 November 2013 | Posted by k | Labels: 0 comments

Fingernägel
in Deine Augen

Damit Dir was bleibt

Das Kratzgeräusch
weicher als
das Fell Deiner
Katzen

Sie blicken auf
den Boden und
die Nägel die Nägel
in den Fingern
bohren sich
in weiß und rot
und grau

Viel rot
und Japsen

Endlich Ruhe

Immer leiser

Posted: Thursday, 31 October 2013 | Posted by k | Labels: 0 comments

Immer leiser werde ich
schweigen
in Deiner Lautheit
zum Verschwiegenen werden

Ich werde gehen
und bleiben
auf einem Haufen Worte
mir die Hände wringen
um das eine Wort

Was ich nie erbat
Die hohlen Buchstaben
die Du blutend hortest
und abschießt in Salven
aus Deiner Festung

Immer leiser werde ich
Schweigen
Die Fetzen sortieren
die das Gefecht mir ließ

Immer leiser

Dann

Posted: Tuesday, 29 October 2013 | Posted by k | Labels: 0 comments

Es war einmal
ein Regen, der nach oben fiel.
Darin: Eine fliehende Zukunft
der Eintracht eines Kauls
und einer Quappe.

Es ist einmal
mehr so, dass der Hunger
- Kaul und Quappe noch zwischen
den Zähnen mahlend -
über den ungeborenen Frosch lacht.

Es wird einmal
ein Lachen geben, das diesem grünen Tier an einer glasklaren Perlenschnur entrinnt und einen Schall aus Licht in den Regen hält und dort ein Bogen hallt, aus dessen Spannung sich der Pfeil löst, der sich der Unmöglichkeit ins Herz bohrt.

Und dann wird es gut gewesen sein.

Spielplatznotiz

Posted: Wednesday, 28 August 2013 | Posted by k | Labels: 0 comments

That there, that's not me



I
Leben seit einigen Wochen
weniger in die Luft als nach
innen. Brustkorbkrümmung.
Atemnot. Herzbeengung.

II
Tanzende Augen.
Winkender Pimmel.
Sitze und starre recht
kältlich in die Notgeburt
aus Anzitiertem.

III
Jeden Weg dreimal
fahren. Über die Steine.
In die Rinnen. Blutgefäße
quetschen. Aber nur auf
der rechten Körperhälfte.

IV
Das Herz schonen.
Immer mal aussetzen

V
Lassen

VI
Über
Übelkeit
Reden

Traum vom Fliegen

Posted: Friday, 16 August 2013 | Posted by k | Labels: , 0 comments


I

Wir stehen auf dem Turm.
Und rauchen wie ein Schlot.
Und gehen wieder runter.


II

Ich stehe und sehe in den Himmel.
Im Himmel dein Flugzeug.
Viel Wind.

Um das Fliegen.

Ich sitze auf dem Stuhl und weine.
Im Weinen dein Gesicht.
Viele Tränen.

Wegen dem Fliegen.

Ich mache dir die Tür auf und lache.
Im Lachen Übelkeit.
Und Lügen.

Für das Fliegen.


III

Du sagst,
du stockst,
du sagst, ja, im Himmel, da war sie.

Du stockst,
du sagst,
du stockst, aber ja, ich mag dich so.

Unter einem Berg von Daunen
raune ich leise,
daunig sanft, aber ja, du magst sie so.


IV

Häuser baut man nicht im Himmel.


V

Ich nehme meine Ziegel und gehe.

roadkill

Posted: Saturday, 10 August 2013 | Posted by k | Labels: 0 comments

all these roads
on which
we stayed
went on
their ways
without us

and
all the roads
on which
i stayed
they took you
other places

and burning
in the sun
in which
i stayed
a map
i cannot read

dinge

Posted: Wednesday, 7 August 2013 | Posted by k | Labels: 0 comments

wie die zeit
- ein gelblicher teppich,
und graubraun -
so lang ist,
die hingeht
auf den unmut
über die
salzig verschwommenen
dinge,
die immergleichen

The Boy's Eyes

Posted: Tuesday, 22 January 2013 | Posted by k | Labels: 0 comments

Part of the boy's face is somewhat blurred by the thin layer of glass behind which hiding seems a silly idea. You said it didn't make sense but it made him cute and possibly appear younger than he actually was. This was the first joyful moment of someone innocent becoming apparent in our shared vision. Did we think that it was a rare thing? Something to remember? We kept it. Hidden away behind piles of paper. Numbers, numbing numbers, the innocence of which seems contextually silly. No, I don't think we knew then that it was a rare thing. I don't think you knew then that it was a rare thing. I remember overwriting it. This memory of someone innocent becoming apparent in our shared vision. It was when you wiped the skin under my eyes with your thumbs, there, where paper thin floods of salt washed down towards my slightly opened mouth. These tiny tears. I think I must have sobbed another minute about the loss of these tiny tears. I remember the moment when something shifted away from me, something that was like the look in the boy's eyes. I remember the moment when I felt like being able to reach it again. Maybe the thin layer of glass is not so silly after all. I can blur away for a bit and reappear with something like the look in the boy's eyes. Don't take this layer away from me.

Cover me in glass.
My love.
Don't you cover me in glass.

Die Schande

Posted: Thursday, 22 November 2012 | Posted by k | Labels: 0 comments

Eines Tages im schönen Monat Kerzen-anmachen-für-Licht-und-Wärme begab es sich, dass ein Notizzettel aus der Handtasche der Dame mit dem blauen Hut fiel. Ohne dass die Dame dies bemerkt hätte, löste dieser Umstand bei den Umstehenden eine umständliche Diskussion aus. Einer schrie "Verrat!". Eine kleine Göre, vielleicht fünf Jahre und 38 Tage alt, trompetete in die Luft "Empörend, so eine Pupskacke!" Ein mittelalter rothaariger Tischler packte die Gans, welche er unter dem linken Arm trug, riss ihr den Kopf vom Körper und krähte, das zerrissene Tier über dem Kopf schleudernd "Das kommt davon, das kommt davon!" Die Dame mit dem blauen Hut, wir kennen sie nicht, zupfte sich betreten ob der Schreierei am Kinn. Daraufhin explodierte die ihr nächststehende, bis zu diesem Moment das Geschehen nur innerlich aufschreiend beobachtend, etwas korpulente Journalistin in einem Verbalfeuer besonderer Bosheit, welches uns wiederzugeben der Raum hier fehlt. Die Worte "Um Gottes Willen" wiederholte sie, teils hauchig-hoffend, teils erbittert-resignativ, teils frenetisch-jauchzend, unendliche Male. Den blauen Hut blies es - war es der Wind (die Kerzen brannten unverweht), war es der Sturm der Worte, wir wissen es nicht - nach einigen Minuten vom Kopf der Dame, nun der ohne blauen Hut. Sacht wogte der Stoff dem Boden entgegen, schon verlor er seine Form, Hut ihn zu nennen, war bald gar nicht mehr möglich, er trieb und fiel und deckte sie zu - die Schande.

silence (II)

Posted: Thursday, 4 October 2012 | Posted by k | Labels: , 0 comments

there
you go
in these lights
for a shadow

you saw
their
darkness

and you cried
and smiled
it away
with these
words

and hurt
you hurt
them
badly
and more
shining away
their shadows

you were
so silent















silence

Posted: Thursday, 27 September 2012 | Posted by k | Labels: , 0 comments

we lit
our minds
our minds one
too many
times
times that flared
our hearts

and lucid
hands
caressed
obscured
our hearts

and silence

the cats
our yelling cats
below
lucid silence
in our
silent hearts
obscured
and caressed

and silence

the light is silent
within